Rügen

Eine Insel voller Geschichte

Die Insel fasziniert und begeistert jedes Jahr viele Tausende Besucher

Rügen ist Deutschlands größte Insel und vor allem im Sommer ein beliebtes Reiseziel für Familien und Urlauber, die Erholung, Strand und die Natur genießen wollen. Sei es eine Fahrradtour durch die grünen Alleentunnel, vorbei an blühenden Rapsfeldern, ein Tag am Strand oder eine Wanderung durch die dichten jahrhundertalten Buchenwälder im Nationalpark Jasmund.

Besiedelt wurde Rügen bereits in der Steinzeit. Aufgrund ihrer guten strategischen Lage wurde die Insel im 7. Jahrhundert von den Slawen geschätzt und militärisch genutzt. So stand in Arkona einst eine Tempelburg, die dem Gott Svantovit geweiht war. Mit der Zerstörung der Burg durch die Dänen endete die territoriale und religiöse Eigenständigkeit. Das Gebiet wurde christianisiert, und unter der dänischen Herrschaft entstanden die ersten Kirchen und Klöster. Deutsche Kolonisten kamen ins Land, die ersten Ortschaften wurden gegründet und die slawische Kultur verschwand nach und nach.

Über die Jahrhunderte hinweg stand die Insel unter der Herrschaft von Dänemark, Schweden und Frankreich und erst 1815 wurde sie durch den Wiener Kongress Preußen zugesprochen.

Mit der Gründung von Putbus entstand 1810 das erste Seebad auf Rügen. Das Baden im Meer wurde modern und die ersten Besucher kamen von nun an regelmäßig. Die 1880er Jahre der Gründerzeit bescherten der Insel einen regelrechten Bauboom. Schienenwege und Straßen wurden ausgebaut, es entstanden die ersten Promenaden und Kurhäuser. Um die Jahrhundertwende kamen die ersten prächtigen Villen dazu, mit denen das gutsituierte und reiche Bürgertum seinem neuen Stolz und Selbstbewusstsein Ausdruck verlieh. Die heute für die Region so charakteristische Bäderarchitektur war geboren. Es folgten Hotels, Kasinos und Seebrücken, die man noch heute in Sellin, Binz, Baabe, Thiessow und Göhren bewundern kann. Einer der bemerkenswertesten Orte der Insel ist jedoch Prora.

Nirgendwo sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft noch heute so eng miteinander verwoben.

In Prora sollte einst das größte und modernste Seebad Europas gebaut werden. Betrieben durch die nationalsozialistische politische Organisation “Kraft durch Freude” (KdF) sollten die riesigen Gebäude Platz bieten für bis zu 20.000 Urlauber. Geplant war ein vier Kilometer langer, direkt am Strand gelegener Komplex aus schmalen, sechsgeschossigen Gebäuden. Zwischen den Gebäuden sollten Gemeinschaftshäuser entstehen, dazu Restaurants und Freizeiträume. Auch eine Anlegestelle für Schiffe war angedacht, ebenso ein Theater, Hallenbäder, ein Aussichtsturm und eine riesige Versammlungshalle für politische Veranstaltungen. Jedes der Zimmer hatte Seeblick und war durchschnittliche 2,5 m x 5 m groß, für Familien konnten diese Zimmer untereinander noch verbunden werden.

Am 2. Mai 1936 fand die Grundsteinlegung statt. 1939 war man mit dem Rohbau fertig und auch die Fundamente der Gemeinschaftshäuser und eines Theaters standen. Alle anderen Gebäude blieben jedoch nur Zeichnungen, denn mit Ausbruch des Krieges wurden die Bauarbeiten eingestellt und alle Arbeiter abgezogen. In den Kriegsjahren dienten die Gebäude als Ausbildungsort für Polizeieinheiten, später zur Unterbringung von ausgebombten Bürgern der Hansestadt Hamburg.

Nach dem Krieg lagerte die Rote Armee hier ihre Panzer und einige Häuser wurden abgerissen. Größere Umbaumaßnahmen fanden in den 1950er Jahren statt, als die DDR die verbliebenen Gebäude zu einer der größten Kasernenanlagen der DDR ausbaute und das Gebiet zur militärischen Sperrzone erklärte. Nach dem Mauerfall übernahm die Bundeswehr die Anlage, stellte die Nutzung aber 1992 ein. Es folgte eine lange Phase die Ratlosigkeit, was man mit diesen geschichtsträchtigen und monströsen Gebäuden anfangen sollte.

Es entstanden Ausstellungsräume, in denen an die wechselvolle Nutzung von zwei Diktaturen erinnert wird: Geplant und gebaut als „Bad der Zwanzigtausend“ durch die Nationalsozialisten, militärisch genutzt von der Sowjetunion, umgebaut durch die DDR, übernommen von der Bundeswehr des vereinigten Deutschlands und nun modernisiert zu einer Wohn- und Hotelanlage der besonderen Art. Wir laden Sie herzlich ein uns zu besuchen.

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